Zur Geschichte des Hauptgebäudes
Im Oktober 1991 zogen wir aus dem viel zu kleinen Haus in der Mendelstraße in das größere Gebäude der Krippe in der Galenusstraße 64. Dieses Haus hatte eine interessante Vergangenheit: Im Oktober 1950 entwickelte die damalige Jugendheim-GmbH auf der Grundlage des soeben verabschiedeten „Gesetzes zur Förderung der Jugend“ erste Pläne zum Bau einer Jugendherberge am Schlosspark. Am 11.06.1951 erhielt dann der Architekt Arthur Koch den Auftrag für dieses Projekt. Zu den Weltfestspielen in Berlin sollten hier internationale Gäste wohnen. Koch orientierte sich bei dem Entwurf an der Architektur der „Moderne“, die vor 1933 Bedeutsames geleistet hatte. Typische Elemente für diesen Architekturstil sind u.a. der nur zu einer Hälfte umbaute Eingangsbereich, das Ziegelfries unter dem Dach, die Form der Fenster und vor allem der Schiffsbugartige Rundbau. Auch andere zu Beginn der 50er Jahre entstandenen Schulen und Jugendeinrichtungen (Schönhauser Allee, Steinstr., Weinmeisterstr., Singerstr.) weisen solche Elemente der „Moderne“ auf. Danach setzte sich dann der klassizistisch-monumentale Stil der Stalinära durch. Als Jugendherberge hatte das Gebäude auf Dauer wohl doch zu wenig Zulauf, denn schon am 20.02.1953 wurde es in eine Kinderkrippe umfunktioniert. Als Wochenkrippe für die Kinder der Mitarbeiter des Zentralkomitees der SED trug sie den Namen „Jenny Marx“. In den letzten Jahren vor der Wende war sie dann wieder kommunale Krippe. Uns bot das Gebäude, als wir 1991 einzogen, herrlich viel Platz für unsere 5 Klassen. Nach der Enge im alten Haus fühlten wir uns wie im Paradies. |